FI-Schalter und Sicherung: Der Unterschied im Video erklärt

8 Minuten Grundwissen: Elektromeister Tobias Haack erklärt verständlich, was ein Leitungsschutzschalter macht, was ein Fehlerstromschutzschalter macht und warum es beide Bauteile gibt.

Tobias HaackElektromeister · Autor
24. September 2023Video veröffentlicht
Heilbronn und UmgebungElektro Haack
Ein vierpoliger Fehlerstromschutzschalter und ein einpoliger Leitungsschutzschalter auf grünem Hintergrund, daneben Tobias Haack mit nachdenklicher Geste und der Schriftzug „Unterschied“

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Inhalt: Kurz gesagt · Kapitel · Das Wichtigste · FAQ

Kurz gesagt Der Leitungsschutzschalter, umgangssprachlich die Sicherung, schützt die Leitung vor Überlast und löst bei Kurzschluss aus. Der FI, auch RCD oder Fehlerstromschutzschalter genannt, löst schon bei kleineren Fehlerströmen aus und ist damit für den Personenschutz geeignet. Bei neu errichteten Anlagen gehört er laut Tobias in der Regel vor jeden Stromkreis mit Steckdose. Wer nur einen FI fürs Badezimmer hat, für den macht es laut Tobias vielleicht Sinn, einen Elektriker dazuzuholen.

Kapitel im Video

  1. Intro
  2. Für Laien
  3. Leitungsschutzschalter
  4. Fehlerstromschutzschalter
  5. Tipps beim Stromausfall
  6. Mehr Infos?

Das Wichtigste aus dem Video

1. Für Laien erklärt

Das Video richtet sich an Laien. Bezeichnungen auf den Bauteilen und wie man sie auslegt, erklärt Tobias bewusst nicht im Detail. Es geht nur darum, „was ist der Unterschied und warum gibt es diese zwei Bauteile überhaupt“.

2. Der Leitungsschutzschalter schützt die Leitung

Der einpolige Leitungsschutzschalter ist laut Tobias wahrscheinlich das Gängigste, was man im Unterverteiler sieht. Es gibt ihn auch dreipolig, für Drehstrom oder für einen Herd. In alten Unterverteilern findet man vielleicht noch Schraubsicherungen, sie sind aus dem gleichen Grund eingebaut.

Wie der Name sagt, geht es um die Leitung. In der Elektroplanung wird festgelegt, welcher Stromkreis was versorgt. Im Haushalt ist das in der Regel ein B16-Automat. Hängen über Mehrfachstecker mehrere Geräte an einem Stromkreis, löst dieser Schalter irgendwann aus. Denn wird die Leitung längere Zeit überlastet, wird sie heiß und kann brennen, dann kann auch die Wohnung abbrennen.

Als Beispiele für Überlast nennt Tobias Trockner und Waschmaschine in einem Stromkreis oder in der Küche Mikrowelle und Backofen über Mehrfachstecker. Der zweite Fall ist der Kurzschluss, etwa wenn ein Gerät kaputt ist oder eine Leitung angebohrt wurde.

3. Der FI-Schalter schützt Menschen

Der FI, auch RCD oder Fehlerstromschutzschalter, löst schon bei kleineren Fehlerströmen aus und ist dadurch für den Personenschutz geeignet. Man soll aber nicht in die Steckdose fassen, um auszuprobieren, ob er funktioniert. Tobias vergleicht das mit einem Airbag: Man fährt auch nicht gegen eine Wand, nur weil man einen hat.

Sein Beispiel ist der Toaster: Fasst man hinein und könnte theoretisch einen Stromschlag bekommen, merkt der FI, dass über die Erde ein Strom abfließt, der nicht zu dem passt, was vorher abgeflossen ist. So erklärt es Tobias, nach eigenen Worten „grob erklärt“. Dann löst der FI in kurzer Zeit aus.

Das kann der Leitungsschutzschalter nicht. Er löst nur bei sehr hohen Strömen aus. Fasst man in die Steckdose, erhält man unter Umständen einen tödlichen Stromschlag, bevor überhaupt eine Sicherung auslöst.

4. Wo der FI vorgeschrieben ist

Eine Zeit lang war der FI nur für Feuchträume wie das Badezimmer vorgeschrieben. Bei neu errichteten Anlagen ist er laut Tobias mittlerweile für alle Stromkreise vorgeschrieben, an denen man Geräte anschließen kann, die nicht fest verbaut sind. Also in der Regel überall, wo eine Steckdose ist.

Oft kann man das auch nachrüsten. Sieht man im Sicherungskasten nur einen FI fürs Badezimmer, macht es laut Tobias vielleicht Sinn, einen Elektriker dazuzuholen. Der schaut, ob man das für die ganze Wohnung umsetzen kann. Ratsam ist es auf jeden Fall, „weil es kann Leben retten“.

Den FI gibt es in verschiedenen Varianten, größer für Drehstrom und kleiner für Wechselstrom. Es gibt auch eine Kombination aus Leitungsschutzschalter und FI in einem Bauteil, das ist aber nicht Thema des Videos.

5. Die Test-Taste am FI

Am FI gibt es eine Test-Taste. Wird sie gedrückt, wird sozusagen ein Fehlerstrom provoziert, und der FI muss auslösen. Weil im FI Elektronik verbaut ist, kann er mit der Zeit kaputtgehen. Tobias hält es deshalb für ratsam, das regelmäßig zu prüfen. Löst er nicht aus, sollte ein Elektriker ihn tauschen. Das kommt laut Tobias eher selten vor, aber es passiert.

6. Beim Stromausfall: Was hat ausgelöst?

Fällt der Strom aus, hat entweder der Leitungsschutzschalter oder der FI ausgelöst. Wer einen Elektriker anruft, für den ist es laut Tobias vielleicht schon hilfreich, ihm zu sagen, welches von beiden ausgelöst hat. Diese Rückfrage stellt Tobias „ganz oft“.

Beim FI kann laut Tobias ein eingestecktes Gerät mit einem Defekt die Ursache sein, zum Beispiel eine kaputte Waschmaschine oder Mikrowelle. Im Video erklärt er, wie man das über die eingesteckten Geräte eingrenzen und sich so vielleicht einen teuren Elektriker-Einsatz sparen kann.

Beim Leitungsschutzschalter kann es sein, dass zwei Geräte gleichzeitig an einem Stromkreis betrieben wurden. Dann sollte man das künftig vermeiden. Lässt er sich nicht mehr einschalten, ist vielleicht eine Leitung kaputt oder in einer Abzweigdose ist etwas zusammengeschmort. Dann gehört laut Tobias auf jeden Fall ein Elektriker dazu.

7. Mehr Infos?

Am Ende fragt Tobias seine Zuschauer, ob er die Bauteile noch detaillierter erklären soll: wie sie funktionieren und was die Angaben darauf bedeuten.

Häufige Fragen

Was ist der Unterschied zwischen FI-Schalter und Sicherung?

Die Sicherung, also der Leitungsschutzschalter, schützt die Leitung: Sie löst bei Überlast und bei Kurzschluss aus. Der FI-Schalter, auch RCD oder Fehlerstromschutzschalter genannt, löst schon bei kleineren Fehlerströmen aus und ist damit für den Personenschutz geeignet.

Wann löst der Leitungsschutzschalter aus?

Bei Überlast, zum Beispiel wenn mehrere Geräte über Mehrfachstecker an einem Stromkreis hängen, etwa Trockner und Waschmaschine. Und im Kurzschlussfall, wenn ein Gerät kaputt ist oder eine Leitung angebohrt wurde.

Warum schützt eine Sicherung nicht vor einem Stromschlag?

Der Leitungsschutzschalter löst laut Tobias nur bei sehr hohen Strömen aus. Fasst man in die Steckdose, erhält man unter Umständen einen tödlichen Stromschlag, bevor überhaupt eine Sicherung auslöst. Dafür gibt es den FI-Schalter.

Wo ist ein FI-Schalter vorgeschrieben?

Eine Zeit lang war er nur für Feuchträume wie das Badezimmer vorgeschrieben. Bei neu errichteten Anlagen ist er laut Tobias für alle Stromkreise vorgeschrieben, an denen man Geräte anschließen kann, die nicht fest verbaut sind, also in der Regel überall, wo eine Steckdose ist.

Was hilft dem Elektriker bei einem Stromausfall?

Laut Tobias ist es vielleicht schon hilfreich, ihm zu sagen, welches Bauteil ausgelöst hat: der Leitungsschutzschalter oder der FI. Diese Rückfrage stellt Tobias nach eigener Aussage ganz oft, wenn ihn jemand anruft, weil der Strom nicht geht.

Elektromeister Tobias Haack aus Heilbronn

Über Tobias Haack

Tobias Haack ist Elektromeister und Inhaber von Elektro Haack in Heilbronn, Industriemeister Elektrotechnik (IHK) und KNX-zertifiziert. Auf seinem Kanal Tobi's Tool Time erklärt er seit 2021 Elektrotechnik aus der täglichen Praxis.

Hinweis: Das Video ist von 2023. Eine Zusammenarbeit wird im Video nicht genannt; laut Videobeschreibung sind alle Links dort Affiliate- oder Partnerlinks. Redaktioneller Hinweis: Diese Seite erklärt Grundwissen aus dem Video und ist keine Anleitung für Arbeiten an der Elektroinstallation. Stand der Seite: Oktober 2026.

Elektromeister Tobias Haack, Inhaber von Elektro Haack in Heilbronn
Tobias HaackElektromeister und Inhaber, Elektro Haack

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